Wolfgang

Viel ist da zusammengekommen an diesem Tag, der Fußballsieg und die Fahrt mit dem Vater, der Duft des Sommers, ein wenig Freiheit, so viele fremde, neue Gefühle. All dieses Entzücken bündelt Wolfgang für alle Zeit im Anblick des kleinen Mädchens mit der klaren schönen Stimme und dem dicken Zopf auf dem Kopf. In dem weißen Sommerkleid mit den schwarzen Tupfen und mit dem weit schwingenden Rock. Dass Paul Schäfer ihm mit Blicken folgt, bemerkt Wolfgang nicht, während er verträumt die Kleine betrachtet und weiter dem alten Kirchenlied von Martin Luther lauscht:
„Der altböse Feind, mit Ernst er’s jetzt meint;
groß Macht und viel List sein grausam Rüstung ist,
auf Erd ist nicht seinsgleichen.“
Als der Vater nach zwei Stunden heimfahren will, ist Schäfer wieder zu Stelle. „Lass doch den Jungen hier“, schlägt er ihm vor.

(Unser geraubtes Leben. S. 24)

Letzte Ă„nderung am 08.11.2016 um 14:17 Uhr.

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